Interregionaler Workshop
Shared Architectural Heritage  
Digitales Bauarchiv Nachkriegs-Architektur in der Grossregion

Archive numérique pour l’architecture moderne d’après-guerre de la Grande Région
Digital Archive for Post-war Modern Architecture in the Greater Region

Gegenstand des Workshops ist die Entwicklung von gemeinsamen Strategien und grenzüberschreitenden Themenbereichen zum strukturellen Aufbau eines interdisziplinären, universitär und institutionell kollaborativen, digitalen, öffentlich zugänglichen Forschungs-, Informations-, Kommunikationsnetzwerks für Nachkriegsarchitektur in der Großregion.

Fernziel ist der Aufbau eines interaktiven, dreisprachigen Bauarchivs für moderne Nachkriegsarchitektur in der Grossregion. Das Bauarchiv soll eine neue grenzüberschreitende und vergleichende Erforschung durch die Verknüpfung zu digitalisierender und bereits bestehender Dokumentationen von Nachkriegsarchitektur – Einzelbauten (Bildungs-, Sakral-, Kulturbauten) und Siedlungen – in der Großregion und damit einen neuen Erkenntnisgewinn bzgl. der historisch gewachsenen Großregion grenzüberschreitend ermöglichen. Gesellschaftspolitisch relevante Fragen zur regionalen Baukultur im Saarland sollen gestellt und interregionale Kooperationsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Bauarchiv wird auch den zeitlichen und räumlichen Wandel im Grenzraum und die Art von Wissenstransfers in und durch Architektur in ihrer Materialität von digitalen und sozialen Räumen eruieren. Fragen nach dem Mehrwert einer interregionalen Baukultur im Rahmen eines Europas der Regionen werden diskutiert. Als öffentlich zugängliche und dreisprachige Forschungs- und Informationsplattform konzipiert, sollen vorhandene Architekturarchive digital miteinander vernetzt, Architekturnachlässe digitalisiert und wechselseitige Ausstellungen und künstlerische Auseinandersetzungen mit Architektur die gemeinsame Baukultur der Nachkriegszeit in der Großregion grenzüberschreitend zum ersten Mal in den wechselseitigen Blick nehmen und in die Öffentlichkeit tragen.

Das Bauarchiv soll auf drei Ebenen angelegt sein:
1. grenzüberschreitende Kooperationen auf akademischen und institutionellen Ebenen durch eine digitale, dreisprachige Plattform zur Vernetzung von Forschungsprojekten, bereits existierenden Dokumentationen und Archiven und zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit
2. Digitalisierungs- und multimediale Darstellungsformen von Architektur durch augmented reality, interaktive Kartierung, Filmdokumentationen und Verortungen durch verschiedene Zeit- und Raumebenen
3. Darstellung gesellschaftspolitischer, grenzüberschreitender Zusammenhänge durch Geschichten von Bauten — Architektur entlang von Biografien von Architekten (speziell auch grenzüberschreitend arbeitenden), Links zu weiterführender Literatur und Quellen. Inhaltliche Schwerpunkte des Digitalen Archivs sind u.a. regionaler Denkmalschutz und Nutzung; regionale und interregionale Baukultur, kulturelle und nationale Identität; deutsch-französische Beziehungen, inter-nationale Nachkriegsgeschichte und gesellschaftspolitische Einflüsse im Grenzraum der Großregion.


Inhaltlicher Schwerpunkte des Digitalen Archivs sind u.a. Denkmalschutz und Nutzung; Baukultur, kulturelle und nationale Identität; deutsch-französische Beziehungen. Ein Schwerpunkt soll hierbei auf dem Einfluss französischer Architekten auf das Planen und Bauen im Saarland zwischen 1946 und 1980 liegen, insbesondere den Bauten von André Remondet, George-Henri Pingusson, Jean Prouvé, Pierre Lefèvre, Raymond Camus und Camus-Dietsch. Ziel des Workshops ist die Eruierung von Interessen, Strategien, Quellen und Vernetzungsmöglichkeiten für den Aufbau eines digitalen Bauarchivs der Großregion von Saar-Lor-Lux.

Teilnehmende sind Expertinnen und Experten aus der Architektur (htw saar / Schule für Architektur Saar; Werkbund, BDA, AKS Saarland; Université de Strasbourg, KIT Karlsruhe/ Fakultät für Architektur), der Geschichte und Raumplanung der Großregion (Universität des Saarlandes, Universität der Großregion / Border Studies, Université de Luxembourg), des Digitalen Designs (HBK Saar, Université de Luxembourg, u.a.) und des Ausstellungswesens (DAM Deutsches Architekturmuseum Frankfurt, LUCA, KIT Karlsruhe, Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Universität der Künste, u.a.)

Denk_mal anders - 50 Jahre BauKunst Mensa
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